Post-Kunst-Werk bei Steady



Postkunstwerk Postkarte ©tabeaheinicker




Während wir uns alle auf unseren Postkarten-Adventskalender vorbereiten und uns heute auf die erste Karte freuen, haben wir beide still und heimlich an einem anderen Projekt gewerkelt.

Als wir im Sommer mit dem Post-Kunst-Werk-Blog starteten, war uns klar, dass mit diesem Schritt viel Zeit und Arbeit verbunden ist. Der großer Zulauf zu den Post-Aktionen, eure Begeisterung, eure Bereitschaft, euch immer wieder auf unsere verrückten Ideen einzulassen, sowie eure viele Extra-Post bestätigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ihr mehr wollt! Also grübelten wir lange darüber nach, wie sich dieses große Baby mitfinanzieren könnte.
 

Postkunstwerk Brief ©tabeaheinicker

Eins war uns sofort klar, die Postkunst-Aktionen sollen weiterhin kostenfrei bleiben. Es wird keinen Teilnehmer-Beitrag geben! Auch fühlen wir uns nicht wohl bei dem Gedanken, dass wir euch voller Begeisterung zwischen den Zeilen Produkte anbieten und dafür von Firmen vergütet würden. Wir möchten unser Material und Werkzeug frei von Verpflichtungen und nur aus eigener Überzeugung zeigen. Wir verzichten also auf die Vermischung von Werbung/Sponsoring und redaktionellem Beitrag.


Postkunstwerk Paket ©tabeaheinicker
Nun haben wir eine angenehme Lösung gefunden und eingerichtet. Ab heute und sofort einsetzbar! Also lasst euch überraschen: 
Ihr könnt uns abonieren! Jeder frei und fröhlich wie er mag und kann.

Ihr findet unser Post-Kunst-Werk nun bei »Steady«, einem Abo-Dienst, der sich darauf spezialisiert hat, freien Projekten – wie das unsere – zur Finanzierung zu verhelfen. Dort könnt ihr ein Abo aus 3 Preisklassen auswählen und abschließen. Das ganze ist sehr intuitiv und leicht händelbar. Schaut mal rein und überlegt, was unsere Arbeit euch wert ist. Wir freuen uns auf eure Unterstützung und sagen schon ganz herzlich Danke!

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Trockenübung: Graustreifen-Farbspiele

farbstreifen © post-kunst-werk
Papierstreifen, gerettet aus dem Buchbindeworkshop-Müll, ergänzt durch Streifen aus der Schnipselkiste: Perfekt für meine Trockenübung zur Adventspost, noch ganz in Novembergrau.
Die Papierschneidemaschine durfte noch ein paarmal wild draufloshacken und schon habe ich reichlich Farbstreifen-Spielmaterial.

farbstreifen © post-kunst-werk

Graugestreiftes in allen Tönen lässt sich so unterschiedlich kombinieren und sortieren. Wieviele Töne von Grau es gibt: wärmer und kühler, bläulicher und bräunlicher. Papierstrukturen und Bedruckungen der Streifen geben eine zusätzliche Dimension.

farbstreifen © post-kunst-werk
Die Papierstreifen machen unverbindliches Austesten möglich, zeigen wie die Farben wirken, von hell nach dunkel sortiert, oder abwechselnd gemischt.

farbstreifen © post-kunst-werk
Und ganz anders mit ein bischen Farbe: Warm und edel mit etwas Gelb. 

farbstreifen © post-kunst-werk
Probeweise zugeschnitten aufs Postkartenformat, aber noch nicht festgeklebt. 

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder kühl und sachlich mit Blaustreifen?

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder ein pinker Akkzent?

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder noch mehr Pink? Wenn ich die passende Farbe als Papier nicht im Vorrat habe, werde ich mir einfach Papier anmalen, oder frisch bedrucken mit Streifen. Um Zwischenergebnisse festzuhalten empfiehlt sich ein schnelles Foto vor dem endgültigen Aufkleben.

farbstreifen © post-kunst-werk
Dies sind nicht meine Farben, so wird meine Adventspost nicht aussehen. Es ist nur eine Aufwärmübung, die hilft, Farbkombinationen zu finden, unverbindlich zu testen und spielerisch zur besten Lösung zu kommen. Keine Ahnung, wo ich diesmal lande? Hoffentlich ein wenig außerhalb meiner üblichen Blau-Grün-Schublade. Und ihr, habt ihr schon angefangen, eure Farben zu finden? Wie nähert ihr euch dem Thema an? Zeigt es in der Link-Liste, die seit dieser Woche schon geöffnet ist. Ich freue mich so auf den buntgestreiften Advent!

Eure Michaela 

Die Adventspost-Linkliste



126 Postkünstlerinnen in 5 Gruppen machen sich ans Werk und beschäftigen sich intensiv mit Streifen und Farben. Hier habt ihr nun die Möglichkeit euch mit einer Linky-Liste zu vernetzen. Tauscht euch aus und inspiriert euch. Nutzt für Instagram die Hashtags: #adventspost2017 und #farbstreifen.



Adventspost 2017



Das Post-Kunst-Jahr geht seinem Ende entgegen. Fimmelige Buchbinde-Experimente haben uns im Frühjahr beschäftigt, und wetterabhängige Blaufärbereien im Sommer, beides ganz schon aufwändig, aber es hat sich gelohnt! Jetzt wollen alle wissen wie es weitergeht? Einfach!

Machen wir es zum Jahresende schlicht, aber trotzdem anspruchsvoll. Kehren wir zurück zur einfachen Postkarte, die wir ohne Umschlag verschicken. Lassen wir allen Post-Künstlerinnen die Freiheit, in ihrer Lieblingstechnik zu arbeiten. Beschäftigen wir uns mit dem grundsätzlichen Thema FARBE!


FARBSTREIFEN – Finde deinen eigenen Farbklang
Hast du eine Lieblingsfarbe? Oder eine Lieblingsfarb-Kombination? Entwickle deinen Stil weiter. Oder finde einfach neue Lieblingsfarben. Wie findest du dein Farbspektrum? Wie stellst du einen Farbklang zusammen, der in sich harmomisch ist und trotzdem individuell und spannend? Warm oder kalt? Kontrastreich oder analog? Hell oder dunkel?

Stell dein persönliches Farbschema im Streifenmuster zusammen. Gemischt und gemalt, gedruckt, gefunden und geklebt, gefärbt und genäht, ganz wie du magst. Längst-quer-diagonal-breit-schmal-regelmäßig-oder unregelmäßig gestreift, Block-oder Ringel-Streifen so wie es zu dir passt.

Am Ende hat jeder seinen persönlichen Farbklang. Gemeinsam bilden wir dann einen Farbteppich, einen Farbfächer, eine Fabpalette oder wie wäre es mit einer Farbnuancenbuchschachtel?


Das Prinzip
24 Teilnehmer gestalten 24 Postkarten und senden 23 davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmer des Projektes. So bekommen wir im Dezember täglich schöne Post.


Projektdaten
Format: Postkarte Din-Lang 210 x 105 mm
Technik: frei (Malerei, Collage, Druck, ...)
Material: frei
Umfang: 24 Exemplare
Porto: 23 x 45 Cent = 10,35 Euro
(kann sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen)

Zeitrahmen
Versenden der Listen: 7. November 2017
Projektdauer: 1. bis 24. Dezember 2017

Anmeldung
ist abgeschlossen
Zubehör

 





























Buchschachtel (Tabea)
Pinterest Board
Design seeds
Pantone – Farbe des Jahres
Basiswissen Farblehre (Schmincke)
Farbkreis, Beispiel konkrete Farbmischung
Neutrale Farben (Anna Lange)
Farben kombinieren (Anna Lange)
Farbkreise (Itten, Küppers, Goethe, ...)
Farbwelt von Ann Marie Coolick
Farbwelt von Josie Lewis
Feel the Color (Julia Badow)

Farbpalast


Derweil ist es noch bunt draußen. Und schon sehr bald beginnt die kargste und kahlste unserer Jahreszeiten. Genau der richtige Moment also, um unsere Tuben, Flaschen und Näpfchen zu öffnen. Lassen wir sie frei, die Farbe. Welche genau? Du weißt noch nicht? Nähern wir uns dem Spektrum. Von welcher Seite? Farbe ist geduldig, es gibt so viele Herangehensweisen.

Farbe kann Mode sein und Stil haben, bewegt sich zwischen Regenbogen und Caput mortuum, sie ist typbedingt und manchmal ein Dauerbrenner, bei einigen ist sie immer oder nie gleich, während andere einen Bogen um sie herum machen oder gar gehemmt beobachten, wie andere aus dem Vollen schöpfen. 

Ich schweife mal …







Ich konnte nicht anders, als gleich mal loszulegen. Greife zu HKS 561, 673 und 795 und verlasse damit mein übliches Farbschema. Sich ins Tannengrün legen, Siena natur verteilen und in Warmgrau hell schwärmen. Schon gehen die drei eine Beziehung ein und Zwischentöne erblicken das Licht der Welt. Ein kleiner Farbfächer entsteht.

Obwohl es in diesem cremigen Gouache Gepinsel noch einiges zu entdecken gäbe, schiele ich bereits die nächsten Farbtuben an. Sie sind klein, wirken unscheinbar und leicht übergrellt. Ich bin C-M-Y Fan! Aus drei (Yellow, Magenta, Cyan) mach alles was du brauchst. Eine gute Grundlage. Das Ganze ist überschaubar und wirkt schon fast so, als könne man Farbe etwas bändigen. Etwas! 

Zudem ist dieses Mischsystem perfekt, um die Frage zu beantworten: An welcher Stelle entsteht eine Lieblingsfarbe? So zwischen Gelb und Cyan ermische ich mir den Weg, bis ich auf Türkis treffe. Verfeinern könnte ich dies noch durch das Aufhellen und Abdunkeln mit Weiß und Schwarz. Und ich könnte noch klären, wie viel Magenta mein Türkies verträgt.

Und dann gibt es kein Halten, es wird gemischt, gekreuzt und gewässert, bis ein kleiner Farbteppich entsteht.








Betrachtet es als kleinen Teaser für etwas …

Eure Tabea

Über mich • NEU • Porträts


Unser heutiger Beitrag ist kein neuer Post, sondern eine neue Seite »Porträts« – in der Navigationsleiste oben unter unserem Header. Dort möchten wir viele Porträts von unseren Teilnehmerinnen sammeln. Schaut doch mal vorbei. Oder springt gleich rein, in unsere neue Galerie …

Unser Anliegen ist dauerhaft, offen, erweiterbar und soll jederzeit auffindbar sein. Außerdem liegt es nun an euch, wie intensiv es wird und ob wir zahlreich in Erscheinung treten.

Damit der Anfang nicht so karg ist, habe ich ein paar Teilnehmerinnen aus der letzten Postkunst Aktion gefragt, ob sie den ersten Schritt machen. Ich bin nun gespannt, wen wir heute schon treffen werden.

Gern könnt ihr mitmachen. Jeder der schon mal bei der Postkunst dabei war oder immer oder manchmal. Macht euch keinen Stress, nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Zeigt euch so, wie ihr möchtet. Jeder hat andere Schwellen und Freiheiten.

Fühlt euch auch frei, euren Beitrag immer mal anzupassen. Wer will, kann klein anfangen und das »Selbstporträt« wachsen lassen. Wie ihr die Inhalte gewichtet sei euch überlassen.

Wer das alles schon längst hat? Der kann sich direkt verlinken. Vielleicht kann der eine oder andere sein »über mich« auch anpassen.

Ich nehme das zum Anlass, Gesicht zu zeigen. Gleich so, dass es für mein Blog als »Über mich« durchgeht. Das wünsche ich mir nämlich schon lange. Habe mich wohl schwergetan? Ich sehe die Selbstdarstellung als Prozess. Loslegen.

Viel Spaß beim Stöbern und Machen!

Blaue Wände: Sommerpost Finissage

Das wars mit dem blauen Sommer. Die erste Post-Kunst-Aktion in unserem neuen digitalen Zuhause ist abgeschlossen. Zeit für die Finissage. Für die Abschlussausstellung nehmen wir euch mit zu uns nach Hause. Leider liegen Geringswalde und Bergisch Gladbach über 500 km auseinander. Am Sonntag gab es bei Tabea eine echte Ausstellung im Haus, zu der ich leider nicht kommen konnte.

Wir kommunizieren fast nur über E-Mail und ein bischen über Whatsapp, ein fast täglicher Austausch über Projekte, Ideen und Privatkram. Ein Email-Ping-Pong, bei dem meist was Gutes herauskommt. So wollen wir heute auch den Abschluss der Sommerpostkunst gemeinsam schreiben und euch zeigen, wie es bei uns so läuft.

Tabea, zeig mal Bilder deiner Ausstellung!



Spontan. Eine kleine Post-Kunst-Werk Sonderausstellung konnte ich für Sonntag in unserer bestehenden Ausstellung integrieren. Es wurden zum »Tag des offenen Denkmals« Aquarelle aus dem Nachlass Eberhard Heinicker gezeigt. Dank meiner prallen Postkunstkisten waren die Vitrinen schnell gefüllt. Es hat Freude gemacht, die Themen der Aktionen zu drapieren.





Für mich eine wunderbare Vernissage-Finissage zum Ausklang der Sommerpost. Umzingelt von Werken der letzten Jahre, hängen die blauen Stoffläppchen in bester Gesellschaft.

Schön, dass du alles nochmal rausgekramt und herrlich beschriftet hast.
Was ist das da unten rechts denn für ein Bild? Das ist aber keine Postkunst?


Noch ein bisschen Kinderkunst von der Ausstellung davor. Der Zeitpunkt, wenn die kleinen Menschen noch nicht professionell alphabetisiert wurden, ist der beste für ganz große Kunst.

Liebe Michaela, was hast du denn so vor mit deiner Sommerpost?

Ach, Kinderkunst-Zeit, die schönste Zeit, genieß sie mit deinen noch Kleinen.
Die Sommerpost? Ein paar feine Sonnendrucke habe ich ins Wohnzimmer in Stickrahmen gehängt ...

und mir eine passende Sonnendruck-Vase aus Snappap dazu gesonnendruckt. Auf dem Material funktioniert die Technik mit der verdünnten Seidenmalfarbe auch gut.  

Der Großteil der Stoffe hängt noch im Arbeitszimmer an der großen Pinnwand, die dafür zu klein ist. In den langen Wintermonaten sollte ich mir daraus einen Sommerquilt nähen, oder ganz viele Bücher damit beziehen, oder jede Menge Taschen nähen. Mal sehen ...

Ich weiß auch noch gar nicht, worum sich dieses Jahr die Adventspost drehen wird. Es gab schon Anfragen. Aber ich weiß, wir hecken wieder was schönes aus, nicht wahr, Tabea?
Aber nicht so öffentlich, und es dauert noch ein bischen.

Ja. Ich hab Ideen für den Advent! Ehrlich gesagt sogar was tolles für Frühling und Sommer und den nächsten Winter ...

Gern können wir und könnt auch ihr die Linky-Listen nutzen, um Ergebnisse zu zeigen. Ihr könnt euch Zeit lassen, die Listen bleiben einfach dauergeöffnet. Vielleicht finde ich bei euch noch Inspirationen für meine Stöffchen. Ich bin schon glücklich, wenn sie Kante auf Kante in meinem Regal liegen. Ich werfe ihnen dann hin und wieder verliebte Blicke zu. So wie ich es mit den Fisch-Stoffen zu halten pflege.

Ist die Postkarte tot?



Bei uns in Nordrhein Westfalen sind die Ferien nun endgültig zu Ende, bei Tabea in Sachsen schon lange. Unsere Sommerpost-Aktion läuft zum Glück noch ein wenig weiter. Somit verlängern wir das Sommergefühl mit schöner Post im Kasten. Die Briefkästen mit schöner Post zu füllen, ist unser großes Ziel und dem kommen wir dreimal im Jahr sehr sehr nah. Aber in diesem Sommer kam ich ganz allgemein ins Grübeln.

Manos Post aus Dänemark und Sveas Post aus dem französischen Baskenland


Zum ersten Mal habe ich aus dem Sommerurlaub keine Postkarten verschickt. Die dänische Post war Schuld, mehr als drei Euro pro Versand, egal ob Brief oder Postkarte. Mano hatte mich im Vorfeld gewarnt und eine Karte von zuhause aus geschickt. Kristina hat es bestätigt und damit begründet, dass in Dänemark viel mehr digital funktioniert und analoge Post als unnötig Arbeit angesehen wird.

Postkartenentwurf im Reisebuch, Dänemark 2017



Da habe ich diesmal einfach gestreikt. Ich, die sonst in jedem Urlaub eine kleine Postkarten-Edition entwirft und an liebe Leute aus Familie und Freundeskreis schickt. Ok, entworfen habe ich die Karte dann auch, aber verschickt habe ich sie digital per Mail und Whatsapp mit einer langen Erklärung warum und wieso und mit vielen frischen Urlaubsfotos. W-Lan im Ferienhaus, das Ipad, das Handy machen es so einfach. Wohl war mir dabei trotzdem nicht. Irgendwie fehlte was, nicht, weil die anderen es von mir erwarten, eher weil ich es so wichtig finde. Gleichzeitig kamen auch frische Urlaubsfotos aus England, Italien, Griechenland auf diversen Online-Kanälen an.
Zurück zuhause fand ich einen Stapel schöne Blaue Sommerpost, die eine oder andere herrliche Karte aus Bloggerland und meine lieben Schwesternfischpostkarten, aber ganz normale Urlaubskarten? Fehlanzeige.


Postkarten aus England, entstanden 2009

Das brachte mich doch wieder zum Nachdenken. Nein, nötig ist sie nicht, die beliebige Karte von einem austauschbaren Strand mit einem Standardspruch, Wetter gut, Essen lecker... Aber oft war es doch mehr. Ein Lebenszeichen von Leuten, die man auch sonst nicht oft sieht, ein witziger Spruch, der zeigt, hier hat jemand unterwegs an mich gedacht. Ein liebevoll ausgesuchtes Motiv, eine exotische Briefmarke, krakelige Handschrift, Unterschriften von ganzen Familien, Spuren der langen Reise... das kann ein schönes Bild auf dem Handy nicht ersetzen. Vor allem nehme ich diese bestimmt nach ein paar Jahren nicht mehr in die Hand, kann ich ja gar nicht.

Mit unseren Postkunst-Aktionen können wir diesen allgemeinen Trends vielleicht ein bischen entgegen wirken. Und wahrscheinlich ist es mit Postkarte wie mit dem Buch und der Schallplatte, totgesagt und sehr lebendig, auf höherem Niveau. Jetzt gehe ich mal schauen, der Briefkasten hat geklappert, vielleicht ist ja doch noch Post gekommen? Und im nächsten Urlaub schreibe ich wieder, ganz bestimmt!

Seid alle ganz liebe gegrüßt von Michaela

Blaue Wiese im Wellengang



Der Sonnendruck-Sommer hat Halbzeit, die blaue Welle schwappt durchs Land. Mindestens vier Stöffchen sollten bei allen Teilnehmerinnen angekommen sein. Bei Tabea und mir kommt ja seltsamerweise immer viel mehr Post an. Vielen Lieben Dank, dass ihr euch auf dieses Experiment eingelassen habt.
Der Sommer zeigt sich in diesen Wochen ja nicht immer von seiner besten Seite, was die Sonnendruck-Experimente erschwert und sicher die eine oder andere Verspätung entschuldigt. Der Faktor Wetter spielt zum ersten Mal so eine entscheidende Rolle und auch das ist eine spannende Erfahrung. Überhaupt strotzen alle Berichte, die ihr in der stetig wachsenden Liste verlinkt habt von spannenden Erfahrungen mit den unterschiedlichen Techniken. Wir denken ja bei jeder Aktion, dass es sich nicht mehr steigern lässt und das nun die allerbeste von allen war, aber es wird jedes Mal nochmal besser, unglaublich.


Besonders schön sind immer die Geschichten hinter den Erfahrungen. Viele davon werden auf den Blogs erzählt, aber nicht alle Teilnehmerinnen sind Blogger. Andie ist ganz aktiv auf Instagram, hat aber keinen Blog. Deshalb hat sie ihrer Gruppe diesen analogen Blogbeitrag beigelegt, den wir hier mit ihrer Erlaubnis veröffentlichen. Ich habe so gelacht, als ich mir die Damen auf der blauen Wiese vorgestellt habe.

Andie macht so unglaublich feine Stempel (sogar unsere Sommerpost-Marke hat sie als Stempel geschnitzt) und mit der gleichen Hingabe hat sie sich der Sommerpost gewidmet. Aber lest einfach selber, was sie schreibt (jetzt nicht mehr ganz un-virtuell)...




Liebe Sommerpost-Gruppe-1-Damen,

nachdem ich ja keine Bloggerin bin, schicke ich Euch zum Sommerstöffchen quasi einen kleinen snailmail-Blogeintag mit. Ganz einmalig und vollständig un-virtuell.

Vom Thema Sonnendruck der diesjährigen Sommerpost war ich von Sekunde eins an begeistert - komplettes Neuland für mich, klang aber sehr spannend. Stoff hat's reichlich im Hause, allerhand wasserlösliche Farben und Stoffdruckfarben sowieso und das Wetter war grad außer sonnig und heiß nur wolkenlos und noch heißer. Perfekte Bedingungen, so schien mir. Ich hab getestet. Und geschwitzt. Raus in den Garten, Tisch in die Wiese, damit die Terrasse nicht blau wird, rein ins Haus, Stoffe zurechtschneiden, Schablonen suchen, selber schneiden...
Stoffe schneiden war kein Problem, die hinterher blaue Wiese eigentlich auch nicht (hat nicht jeder!) und die ersten Versuche mit Sonnendruck und schon vorhandenen Schablonen überaus vielversprechend. Der Sog war da. Die Sucht im Rollen und die Ansteckungsgefahr groß. Die Nachbarinnen waren gegen Abend ganz aus dem Häuschen, bewunderten meine Stoffstückchen, die des hübschen Anblicks wegen auf der Leine quer durch den Garten hingen, hockten sich mit Prosecco auf meine blaue Wiese, tranken selbigen aus blauen Gläsern und blieben. Bis spät in die Nacht.

Dann waren Inkodye-Versuche dran. Und später auch noch Cyanotypie. Alles sehr interessant, alles nicht schlecht, aber mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Mal blau, mal richtig blau, mal weniger blau. Und bei der Cyanotypie auch mal fleckiges Blau. Schwierigkeit eins: Die Dauer der Belichtung. Es macht einen Mörderunterschied, ob es wolkenlos und 12 Uhr mittags ist, oder schon 16.35 Uhr und sich vielleicht ein Wölkchen zwischen Sonne und Stoff schiebt. Schwierigkeit zwei: Das geeignete "Dings" zum Auflegen auf den Stoff. Pflanzendrucke funktionieren fast mit Erfolgsgarantie - mein Favorit ist der Farn vom Nachbarn. Der liegt flach auf - also der Farn, nicht der Nachbar - bedeckt den Stoff vernünftig, hält das Licht ab und gut isses. Je mehr die Pflanze in die dritte Dimension geht, desto unsicherer wird das Ergebnis. Merke: Wassermelone taugt nicht!
Auch mit Folien hab ich gehadert. 25 mal 25 Zentimeter kann ich mit meinem Drucker nicht bedienen, also habe ich aus meinen geschnitzten Stempelchen ein Mandala auf ein großes Stück Folie gestempelt. Aber die Stempelfarbe (schwarze Rangers Archival Ink) ließ zu viel Licht durch, ein enttäuschendes Ergebnis. Ich hatte doch etwas knackig Blaues mit weißem Muster erwartet. Das Ergebnis war eher dunkelblau mit nicht ganz so dunkelblauem Mandala. Da muss man schon sehr genau hinsehen, wenn man da was erkennen will. Kurioserweise wird das Mandala wieder besser sichtbar, wenn der Stoff nass ist. Ich hab das mehrmals getestet mittlerweile, sobald der Stoff trocknet, ist das Muster fast unsichtbar und nass kann man es ganz gut erkennen. Irgendwie mysteriös und eventuell hab ich da eine Knallergeheimschriftmethode entdeckt. Sollte jemand von Euch dieses chemische Geheimnis erklären können, bitte gerne. Lasst es mich wissen. Ich wär sehr gespannt.
Kurzum - mit Inkodye und Cyanotypie brauche ich noch mehr Versuche und experimentelle Erfahrungswerte. Für mich fast interessanter waren meine Sonnendruckereien. Ich habe mich langsam an einen Mehrfach-Sonnendruck herangearbeitet. Viel Wasser, wenig Pigmente - in mehreren Arbeitsgängen. Die Wellen und Blumen sind selbstgeschnittene Schablonen. Und dann Schicht für Schicht. Erster Wellengang, bügeln und fixieren, zweiter Wellengang, bügeln und fixieren... zum Schluss die Blumenschablone.

Jeder Stoff ist ein bissl anders geworden, mal mehr blau, mal mehr türkis -
ich hoffe, Ihr mögt, was ich Euch schicke. Ich hatte jedenfalls eine große Freude beim Gestalten.
Meine Wiese ist noch immer blau. Und noch immer schaut jemand zur blauen Stunde auf der blauen Wiese auf ein Gläschen Prosecco vorbei...

Kippis, die Damen und einen schönen Sommer für Euch!


Andie







Und das hier ist Andies Stoff in der ganzen Pracht:



Allen, die noch an ihren Sonnendrucken arbeiten wünsche ich sonnige August-Tage und wunderschöne blaue Stoffe!
Michaela